Malcolm Werchota
10 March 2026
38m 25s
#124 - Der Papst nutzt mehr KI als dein Arzt — Warum sich der DACH-Raum schämen sollte
00:00
38:25

Malcolm Werchota
10 March 2026
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Stellt euch vor, ihr sitzt in einem Konferenzraum in Antwerpen. 20 bis 30 Leute, eine Pharmafirma. Malcolm hat gerade seine Keynote gehalten. Dashboards, AI-Agents, das volle Programm. Und dann kommt ein ruhiger Mann auf die Bühne. Er redet leise. Keine Animationen. Keine Tricks. Und am Ende hat das gesamte Publikum Tränen in den Augen.
Dieser Mann heißt Dr. Alberto Tozzi. Er ist Chief Innovation Officer am Ospedale Pediatrico Bambino Gesù in Rom — dem Kinderspital des Vatikans. Von Newsweek zum Nummer-1-Kinderspital in Europa und Nummer 6 weltweit gerankt. 620 Betten, 29.000 stationäre Aufnahmen, 95.000 Notaufnahmen, 2,5 Millionen ambulante Besuche pro Jahr. 3.000 Forscher. 4.000 wissenschaftliche Publikationen jährlich. Mehr als die meisten Universitäten schaffen.
Und genau dort wird KI nicht diskutiert — sie wird ausgerollt. Im großen Maßstab. Dr. Tozzi leitet AI Accelerate, ein 10-Millionen-Euro-Projekt, finanziert von der EU mit 16 Partnern aus acht Ländern. Das Ergebnis: Kinder kommen eine Stunde schneller in die Behandlung. Eine Stunde. In einem Kinderspital — wo ein Neugeborenes mit einem Herzfehler Minuten hat, nicht Tage — ist das der Unterschied zwischen Leben und Tod.
Die Technologie dahinter: Federated Learning. Der Algorithmus kommt zu den Daten, nicht umgekehrt. Patientendaten verlassen das Krankenhaus nie. Nur die mathematischen Gewichtungen werden verschlüsselt zurückgeschickt. Projekt Gemini hat 100 Edge-Computing-Server mit 100 Ultraschallgeräten aus sechs Krankenhäusern auf zwei Kontinenten verbunden — für Frühdiagnose angeborener Herzfehler bei Kindern. Und das erste Krankenhaus in Europa, das diese Edge-Infrastruktur implementiert hat? Nicht Zürich. Nicht Wien. Nicht Frankfurt. Das Spital des Papstes.
Derweil produzieren Kinderspitäler weltweit 6 Exabytes an Daten. Das ist 150.000-mal größer als die gesamte Imaging-Datenbank des US-amerikanischen National Institute of Health. Und was passiert damit? Nichts. Die Daten liegen in Silos auf lokalen Servern. Es ist, als hättet ihr eine Bibliothek mit 6 Millionen Büchern — und die Tür ist abgeschlossen.
Malcolm erklärt, warum der Vatikan nicht nur redet, sondern handelt: Im Juli 2024 hat die Päpstliche Akademie fürs Leben elf Weltreligionen in Hiroshima zusammengebracht. Juden, Muslime, Buddhisten, Hindus, Anglikaner — alle haben sich auf gemeinsame KI-Ethik-Prinzipien geeinigt. Elf Weltreligionen schaffen das. Deine Arztpraxis schafft es nicht, eine KI-Strategie auszurollen.
🎙️ ÜBER DEN HOST
Malcolm Werchota leitet KI-Adoptionsprogramme für Unternehmen in ganz Europa. Nach über 15 Jahren bei Novartis und Schlumberger heute Fokus: KI ohne Bullshit. Dozent an ESADE & HSLU.
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